SPD lädt zur Silobegehung ein

Veröffentlicht am 19.11.2013 in Veranstaltungen

Abreißen oder nutzen? Die Frage beschäftigt die Waghäusler Kommunalpolitik immer dann, wenn man den Fokus auf die Silos des ehemaligen Südzucker-geländes lenkt. Mancher hält sie für eine Verschandelung des Stadtbilds, für einige sind sie aber ein markantes Zeichen der Großen Kreisstadt, eine Erinnerung an die über 170 jährige Geschichte der Stadt Waghäusel und deren Verbundenheit mit Südzucker. Jetzt wurde auf Initiative der Gemeinderats-fraktion der SPD Waghäusel für interessierte Bürger am 16. November ein Vororttermin vereinbart, um die Silos nicht nur von außen sondern auch von innen zu begutachten.

Die fachliche Leitung des Rundgangs übernahm Josef Mörder, ein ehemaliger Südzucker-Mitarbeiter, der kompetent eine kurze Einleitung gab und vorab viele technische Details erläuterte. „In unserer Region sind die Silos in ihren Dimensionen einmalig und weithin sichtbar. Beide Silos haben jeweils 34 m Durchmesser und sind ca. 52 m hoch. Allein der Keller, der unter beiden Silos liegt und in seiner Konstruktion an die Massivität von Bunkern erinnert, ist 1.800 qm groß und massiv betoniert, um die gewaltigen Lasten der Silos aufzunehmen. Über den Silos befinden sich jeweils 2 kuppelartige Räume mit einem Durchmesser von 34 m.“

Rund 100 Bürgerinnen und Bürger ließen sich die Chance nicht entgehen, die gewaltigen Gewölbe der Silos zu erkunden. Ein Teil der Besucher hatte auch Gelegenheit mit dem Aufzug in 52 m Höhe den größten Aussichtspunkt der Region zu erklimmen und einen wunderbaren Rundblick zu genießen. Der SPD Fraktionsvorsitzende Herbert Sand war erstaunt über die außerordentliche Resonanz der Veranstaltung: „Wir müssen unserer Bevölkerung solche Angebote machen, will man eine transparente Gemeindepolitik betreiben. Wir dürfen Themen nicht ausschließlich über Presseartikel abhandeln, sondern müssen diese den Menschen greifbar vor Ort nahe bringen.“

Beim Rundgang durch das Siloinneren war gutes Schuhwerk gefragt, da selbst nach jahrelangem Stillstand Zucker- und Glukosemasse nach wie vor präsent sind. Im Lauf vorbei an den alten Förderbändern wurde den Bürgern von Josef Mörder, Herbert Sand und Rolf Heinzmann viele Detailinformationen zum Betriebsablauf und evtl. zukünftiger Nutzung geliefert. Erstaunt waren die meisten über die überaus gut erhaltene Baukonstruktion:

„Der Bau der Anlagen im Werk Waghäusel hat die Südzucker viel Geld gekostet, aber der Südzucker war es dies wert“ so ein ehemaliger Mitarbeiter. Unabhängig davon, dass ein Abriss einen Millionenbetrag übersteigen würde, war die überwältigende Mehrheit davon überzeugt, dass hier innovative Nutzungskonzepte umgesetzt werden müssen. „Der Abbruch, soll er denn kommen, würde lediglich Gewerbeflächen in einer Größenordnung von max. 2.000 qm ergeben, dieser Gewinn steht in keinem Verhältnis zu den aktuell diskutierten Kosten eines Abbruchs“ erläuterte Herbert Sand den Stand der Dinge. Im Gemeinderat wird sich die SPD Fraktion darum bemühen, Nutzungskonzepte auszuloten. Hier sollen in den nächsten Wochen Gespräche stattfinden. „Wir befinden uns in der Mitte der Technologieregionen Mannheim – Karlsruhe – Heidelberg. Die Silos sind vielfach zu nutzen, beispielsweise von Forschungseinrichtungen, Start up - Unternehmen und teilweiser Umnutzung zu einem Hotel“. Mit den richtigen Investoren gilt es, weitere Möglichkeiten aufzuzeigen. „Allein die Option, anteilige Fördergelder (Steuermittel) für einen Abbruch ohne Not zu erhalten, rechtfertigt den Abbruch dieser bedeutsamen Bausubstanz nicht“, so Stadtrat Wolf Schuppler.