Waghäusel knackt Sommer für Sommer den Temperaturrekord: Das ist kein Grund zur Freude. Bereits jetzt sind die Folgen des Klimawandels weltweit spürbar. Die Umstellung auf ein System ohne fossile Energieträger ist heute dringender geboten denn je.
Der Anteil der Erneuerbaren an unseren Strommix wächst – aber nicht schnell genug, warnte Hans-Josef Fell am Wochenende in der Eremitage Waghäusel. Bei der Jubiläumsfeier des Solarvereins beschrieb Fell, was es braucht, um den Anteil der erneuerbaren Energien weiter auszubauen.
Zwischen Solarzellen und Windrädern findet dabei gerade eine kleine Revolution statt: „70% der erneuerbaren Energien sind in Bürgerhand“, so Fell. Das bedeutet: Grüner Strom wird größtenteils nicht von großen Konzernen, sondern von Privatpersonen und kleinen Gruppen eingespeist. Die gibt es auch in Waghäusel – mit dem Solarverein haben die Pioniere der nachhaltigen Energie vor Ort am vergangenen Wochenende ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.
Heute betreibt der Solarverein eine eigene Solaranlage – und unterstützt mit jeder Menge Know-How uns Waghäuseler bei der eigenen Energieerzeugung. Das alles begann vor 25 Jahren im Kleinen – mit einer solarbetriebenen Straßenlaterne in Waghäusel. Das Projekt hatte seine Tücken: Ohne LED-Technik war die damalige Leuchtdauer für einen praktischen Einsatz einfach zu kurz. Ein Flop? Nein, sondern der Anfang einer kleinen Revolution. Gut, dass der Solarverein die Idee weiter verfolgt hat.
Heute wissen wir: Nachhaltige Energieerzeugung in Waghäusel – ob mit Wind, Solar oder auf anderem Weg – ist sehr wohl praktikabel – und in vielen Fällen noch dazu wirtschaftlich sinnvoll. Wir danken dem Solarverein für seine Arbeit, die wir heute mehr denn je brauchen. Das Anliegen des Solarvereins nach einer Energiewende vor Ort, an der möglichst viele Waghäuselerinnen und Waghäuseler mitmachen, unterstützen wir als SPD dabei nach Kräften.
Frieden – wie brüchig dieses Versprechen des vereinten Europas ist, wird uns in diesen Tagen auf dramatische Weise vor Augen geführt.
Deshalb senden wir Grüße aus Heilbronn vom Landesparteitag der SPD, wo Katarina Barley, die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, ihre Vision von Europa beschrieben hat. Denn am 9. Juni 2024 wählen wir nicht nur in Waghäusel unsere Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, im Landkreis den Kreistag – sondern auch unsere Vertreterinnen und Vertreter im europäischen Parlament.
„Wir haben in Europa zu viele Regierungen an die Rechtsextremen und Postfaschisten verloren“, warnt Katarina Barley. Um den Durchmarsch von Rechtspopulisten und Rechtsextremen zu verhindern, braucht es am 9. Juni die Anstrengungen aller Demokratinnen und Demokraten – an der Wahlurne, aber auch bei uns, in den Kommunen, an der Basis der Demokratie.
Mehr als 60 Prozent der kommunalen Fragen – im Naturschutz, dem Verbraucherrecht bis hin zum Baurecht – werden inzwischen durch die EU direkt oder indirekt beeinflusst. Andere kommunale Entscheidungen – die Belebung unserer Ortsmitteln, den kommunalen Wohnbau oder etwa Qualität und Bezahlbarkeit der Kita-Plätze in Waghäusel, müssen wir selbst anpacken: Mit standhafter, aufrechter und bisweilen auch streitbarer Kommunalpolitik.
Dazu wollen wir ins Gespräch kommen: Wir laden Euch deshalb herzlich zu unserem kommenden Roten Treff am 2. November um 19 Uhr ins Restaurant La Gondola (Kegelbahn Wiesental, Habichtstraße 11) ein. Wir freuen uns auf Euch!
Heute jährt sich einer der schwärzesten Tage in der Geschichte Südwestdeutschlands: Am 22. Oktober 1940 wurde innerhalb weniger Stunden nahezu die gesamte jüdische Bevölkerung Badens in das südfranzösische Internierungslager „Camp de Gurs“ deportiert. Ziel war es, die Region als eine der ersten im Deutschen Reich „judenfrei“ zu machen.
Der Deportation fielen über 6.500 Jüdinnen und Juden zum Opfer, darunter 122 aus dem damaligen Landkreis Bruchsal. Während die Menschen aus den Umlandgemeinden mit Lastwagen nach Bruchsal gebracht wurden, wurden die Bruchsaler Juden durch die Stadt zum Bahnhof getrieben. All das geschah unter den Augen der hiesigen Bevölkerung. Zu viele haben damals weggesehen, zu wenige haben Widerstand geleistet.
Und heute? Wir blicken mit Entsetzen auf die feigen Terrorakte, die die Hamas gegen den Staat Israel und seine Bevölkerung verübt haben. Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Angriffe, ihren Hinterbliebenen und allen, die um Leib und Leben bangen. Unsere Solidarität gilt den Menschen in Israel, dem einzigen jüdischen Staat der Welt. Es ist aus unserer Geschichte heraus unsere immerwährende Aufgabe, für die Existenz und für die Sicherheit des Staates Israel einzustehen. Deshalb ist es gut, dass die Bundesregierung unter Olaf Scholz handelt: Als erster Regierungschef besuchte der Kanzler das Land seit Beginn der Angriffe.
Der andauernde Krieg in der Ukraine, die neue Eskalation im Nahen Osten – trotz des Weltgeschehens die Hoffnung nicht zu verlieren, ist keine leichte Aufgabe.
Vielleicht gibt es aber Lichtblicke im Kleinen: Vor 83 Jahren wurden in der Region Jüdinnen und Juden im Namen des Nationalsozialismus ermordet – heute steht Deutschland fest an der Seite des jüdischen Staates. Das zeigt: Aussöhnung, Freundschaft und Solidarität sind nie unmöglich – egal, was einmal geschehen ist. Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten glauben wir daran, dass Frieden stärker ist als Krieg.
Über 60 Menschen und doppelt so viele Ideen: Das war unsere 2. Ideenwerkstatt am Spielplatz „Oberer Kamm“ in Kirrlach. Der Platz ist eine grüne Lunge mitten im Ort – mit jeder Menge Potential. Wir wollten wissen: Was braucht der Platz, um zu einer grünen Dorfmitte für alle Generationen zu werden?
Vor Ort wurde klar: Seit unserer ersten Ideenwerkstatt vor einem Monat hat sich bereits einiges konkretisiert. Inzwischen hat sich um den Oberen Kamm eine eigene Initiative aus Anwohnern und Familien gegründet – wir freuen uns, wenn das Projekt so an Fahrt gewinnt.
Zur 2. Ideenwerkstatt durften wir neben unserem Bürgermeister Andreas Emmerich auch zwei Vertreter vom Verein „Naturspur“ begrüßen, die uns vor Ort ihr Konzept vom Aufbau naturnaher Spielplätze vorgestellt haben. Ein Dank geht hierbei an den Seniorenbeirat, der uns seine Räume in der Rheintalhalle zur Verfügung gestellt hat.
Jetzt gilt es, den sprichwörtlichen Schwung mitzunehmen, um die zahlreichen Ideen der Werkstattgespräche zu bündeln und in einer grünen Ortsmitte für alle Generationen Realität werden zu lassen. Wir befürworten deshalb die Gründung eines eigenen Vereins, der die Ideen bündelt und in enger Abstimmung mit der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat – etwa gemeinsam mit „Naturspur“ – einen Plan für die künftige Gestaltung des „Oberen Kamms“ vorlegt.
Als SPD werden wir das Projekt weiter tatkräftig begleiten und unterstützen – sowohl im Gemeinderat, als auch ganz praktisch vor Ort: Damit das bei unserer Ideenwerkstatt vorgestellte Konzept einmal Realität werden kann, braucht es in jedem Fall helfende Hände beim Sägen, Schaufeln und Schrauben.
Die Entwicklung zeigt: In wenigen Wochen wurde aus einer Idee ein Projekt, das viele Familien zum Mitmachen bewegt. Das ist unser sozialdemokratischer Ansatz von Kommunalpolitik, den wir gemeinsam mit allen Waghäuselerinnen und Waghäuselern verfolgen wollen – gemeinsam packen wir so die Baustellen in unserer Stadt an!
Waghäusel ist weltoffen. Dieser Satz schreibt sich leicht. Ihn Realität werden zu lassen, das ist eine der großen Aufgaben, an denen wir als SPD gemeinsam mit vielen anderen in unserer Stadt jeden Tag arbeiten. Denn wir sind überzeugt: Menschen verschiedener Herkunft und mit unterschiedlichen Biografien bereichern schon heute das Zusammenleben in Waghäusel.
Nicht alle sehen das so – populistische Stimmungsmache etwa gegen Geflüchtete wird mehr und mehr salonfähig. Wir erleben, wie selbst CDU-Chef Friedrich Merz selbstbewusst nachweislich falsche Behauptungen – etwa die zu angeblichen Zahnersatzleistungen für abgelehnte Asylbewerber – verbreiten.
Dagegen stellen wir uns entschieden – der Blick in Richtung Realität gibt uns dabei recht: Menschen verschiedener Herkunft bereichern schon heute das Zusammenleben in Waghäusel. Gleichzeitig sind unsere Gewerbetreibenden und Handwerksbetriebe auch in Zukunft auf Zuwanderung angewiesen, um offene Stellen und Ausbildungsplätze zu besetzen.
Indem wir Begegnungsmöglichkeiten schaffen, gelingt es uns, Vorurteile ab- und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Deshalb sind wir stolz auf unsere Integrationsvereine in Waghäusel, die schon heute zum guten Austausch der Kulturen beitragen. Sie verdienen auch in Zukunft Unterstützung aus der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat.
Begegnungsmöglichkeiten der besonderen Art boten die „Wochen der Vielfalt“: Vom Theaterauftritt, über die Lesung bis hin zur Podiumsdiskussion – mit einem bunten Strauß an Formaten haben die Wochen die Vielfältigkeit unserer Stadt und ihrer Bewohner beleuchtet. Ein gelungener Auftakt zu einem hoffentlich wiederkehrenden Angebot – auch dank des großen persönlichen Einsatzes der verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus.
Jetzt liegt es an uns, dass die Wochen der Vielfalt nicht nur einige Wochen im Jahr dauern – sondern der Zusammenhalt 365 Tage währt.
Bild: Besondere Momente im Atrium des Rathauses: Florian Sitzmann – „der halbe Mann“ – spricht über sein Leben nach dem Unfall, bei dem er beide Beine verloren hat.