Vor allem Menschen mit geringem Einkommen und junge Familien trifft die aktuelle Energiekrise und der Preisanstieg hart: Während Mineralölkonzerne durch die steigenden Ölpreise Milliardengewinne generieren, fragen sich andere, wie sie die nächste Abschlagszahlung bezahlen sollen.
In dieser Situation hat der Gemeinderat in Waghäusel für die Erhöhung der Kinderkrippen-Beiträge gestimmt. Es ist ein falscher Schritt zur Unzeit: Ab dem 1. September steigen die Beiträge für den Krippen-Besuch in Waghäusel um 3,9 Prozent.
Die SPD Waghäusel hat sich gegen diese Erhöhung gestemmt. Unser Ziel ist und bleibt gebührenfreie Bildung von der Kita bis zum Master oder Meister. Derzeit zahlen Familien in Waghäusel aber mehrere hundert Euro für die Betreuung ihrer Kinder, um arbeiten gehen zu können. Kita-Gebühren wirken damit wie eine Steuer für junge Familien und untergraben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In der aktuellen Situation sind sie eine Zusatzbelastung in einer für viele Familien teils existenzbedrohenden Zeit.
Mit dem Beschluss setzt Waghäusel eine gemeinsame Empfehlung der Kirchen und der kommunalen Landesverbände um. Danach hängt es in Zukunft noch stärker von der Wohngemeinde ab, ob und wie viel der Besuch von Krippe und Kindergarten kostet. Unsere Forderung an die grün-schwarze Landesregierung ist deshalb klar: Es darf nicht weiter von der finanziellen Lage einer Kommune abhängen, ob die Kitas gebührenfrei sind oder nicht. Träger sollen daher eine Ausgleichzahlung vom Land beantragen können, wenn sie auf die Erhebung und Anhebung von Elternbeiträgen verzichten.
Dagegen wehrt sich die Landesregierung bis heute. Doch es gibt auch Lichtblicke: Die SPD-Bundestagsfraktion hat jetzt Vorschläge für ein drittes Entlastungspaket vorgelegt: Neben Direktzahlungen ist auch eine Strom-/Gaspreisbremse für den Grundbedarf, die auch von uns geforderte Anschlusslösung für das 9-€-Ticket und eine dringend notwendige Übergewinnsteuer für die Profiteure der aktuellen Krise.
Es war eine rasante Tour durch die drei Ortsteile und viele hundert Jahre Stadtgeschichte – denn die kleinen Entdecker stellten sich geschickt an.
„Auf den Spuren unserer Vorfahren“, unter diesem Motto haben wir auch in diesem Jahr wieder am Ferienprogramm der Stadt teilgenommen. Das hat inzwischen Tradition – genauso wie der Inhalt unseres Nachmittags, einer historischen (Zeit-)Reise durch Waghäusel.
Ursprünglich ins Leben gerufen von Artur J. Hofmann, haben in diesem Jahr Marie-Claire Haag und David Heger die historische Tour durch modernes Geocaching erweitert: Es lag an den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die geschichtsträchtigen Stationen anhand von Rätseln, GPS-Koordinaten und der einem Kompass selbst herauszufinden.
Die jungen Entdecker stellten sich geschickt an: Vom Marienbrunnen, der Verfassungssäule, der Eremitage mit Freiheitsdenkmal über die Wallfahrtskirche, das Husarendenkmal im Wiesentaler Park, die Kirche St. Jodokus bis hin zum Roten Kuhhirt in Kirrlach – alle Orte wurden zuverlässig aufgespürt.
Gerade Zeugnisse der Weltkriege und der Badischen Revolution finden sich in Waghäusel überall wieder. Es ist wichtig, diese Geschichte lebendig zu halten: Während der Badischen Revolution 1848/49 kämpften auch hier Revolutionäre für eine demokratische Verfassung und starben im Kampf für Einigkeit, Recht und Freiheit. Die Revolution 1848 zählt deshalb zu den wichtigsten Wegbereitern der modernen Demokratie. Ihre Farben waren schwarz-rot-gold.
Immer wieder werden diese Farben heute auch von denen in Beschlag genommen, die unsere Demokratie verachten und lächerlich machen, etwa, indem sie aus den Parlamenten heraus die Demokratie aktiv bekämpfen.
Überlassen wir deshalb Geschichte nicht denen, die sie für ihre eigene Agenda verdrehen, sondern halten wir sie aktiv in Erinnerung und verstehen sie als Mahnung und Auftrag.
Bei unseren jungen Entdeckern kam die Tour jedenfalls gut an – wir freuen uns auf das nächste Jahr!
Wenn am Samstag zur „größten Mallorca-Party Süddeutschlands“ bis zu 9.000 Ballermann-Fans nach Waghäusel an die Eremitage kommen, werden viele von ihnen die Bahn nehmen – fast alle im Zug werden das 9 €-Ticket in der Tasche haben. Man kann zur Mallorca-Musik stehen, wie man möchte – doch unser Sommerhit des Jahres 2022 klingt fast so wie der Refrain eines aktuellen Ballermann-Hits. Für uns steht fest: „Der Zug hat keine Grenzen!“
Allein im Juli sind rund 21 Millionen 9 €-Tickets verkauft worden. Das Ticket ist damit ein echtes Erfolgsmodell: Der deutsche Tarifdschungel aus Verkehrsverbünden und Wabenplänen ist plötzlich ganz einfach zu verstehen: Ein Ticket gilt für den gesamten Nahverkehr – egal ob Bus oder Bahn, ob KVV oder VRN.
Damit ist das 9 €-Ticket vor allem für Waghäusel ein echter Gewinn: Unsere Stadt liegt an der Grenze zweier Verkehrsverbünde. Wer etwa ein VRN-Monatsticket besitzt, darf damit zwar bis Kaiserslautern und Würzburg fahren, nicht aber in unsere Nachbarort Graben-Neudorf. Und nicht nur bei uns, sondern im ganzen Land steigen durch das 9 €-Ticket die Zahl der Bahnfahrten: So ärgerlich volle Bahnhöfe an den Wochenenden in Karlsruhe und Mannheim auch sind – sie zeigen doch eins: Viele Menschen sind bereit, auf Bus und Bahn umzusteigen, wenn der Preis für eine Fahrkarte stimmt. Und mindestens genauso wichtig: Das Ticket lädt zum Erkunden ein – durch den günstigen Nahverkehr profitieren also nicht nur Pendler, sondern auch Ausflügler und mit ihnen z.B. Gastronominnen.
Seit vielen Jahren fordert die SPD Waghäusel gemeinsam mit der SPD Karlsruhe-Land das 365 €-Jahresticket. Wir tun es in diesen Tagen umso lauter: Denn das befristete 9 €-Ticket läuft aus – und Finanzminister Christian Lindner (FDP) sperrt sich gegen eine Anschlusslösung. Wir möchten den ÖPNV weiter stärken und bezahlbar halten – mit dem bundesweiten 365 €-Ticket.
Es ist ein historischer Moment für Waghäusel: Unsere Stadt wächst ein gutes Stück weiter zusammen – denn die unechte Teilortswahl ist seit Montag Geschichte!
Seit Jahrzehnten hat sich die SPD in Waghäusel für die Abschaffung stark gemacht. Was als Übergangslösung nach der Fusion von Kirrlach, Wiesental und dem Ortsteil Waghäusel zu einer Gemeinde gedacht war, blieb über fast 50 Jahre lang erhalten. Ursprünglich sollte die unechte Teilortswahl die Mitsprache kleiner Ortsteile im Gemeinderat sichern – eigentlich eine gute Idee. Doch obwohl Stadträtinnen und Stadträte heute ganz selbstverständlich für alle drei Stadtteile sprechen, machte pünktlich zur Kommunalwahl jeder Ort sein eigenes Ding: Drei getrennte Wahllisten für Kirrlach, Wiesental und Waghäusel waren die Folge.
Unsere Meinung war schon lange klar: Ein gemeinsames Waghäusel verdient auch eine, gemeinsame Liste – mit dieser Position sind wir lange auf Widerstände gestoßen. Und tun es immer noch: Wenn wie aktuell geschehen einzelne Fraktionen plötzlich die Transparenz in einer seit vielen Jahren breit und öffentlich diskutieren Frage vorschieben und deshalb eine Aufschiebung der Abstimmung fordern, dann zeigt das vor allem eines: Den fehlenden Mut zur Entscheidung!
Die SPD hat diesen bewiesen – und damit überzeugt: Am Montag hat eine große Mehrheit im Gemeinderat
für die Abschaffung des Paragrafen-Dinosauriers gestimmt.
Für uns ist dieses Ergebnis aber kein Grund, sich auszuruhen: Stattdessen gilt es zu beweisen, dass im neuen Wahlsystem die Interessen aller Waghäuseler – und damit besonders auch die der Einwohner im kleinsten Stadtteil – gehört werden! Wir als SPD wollen Mitsprache nicht dem Wahlsystem überlassen, sondern unseren starken Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Stadtteil Waghäusel, die wir zur nächsten Kommunalwahl mit aller Kraft unterstützen werden!
Es ist das größte Bahn-Bauprojekt seit Jahrzehnten in der Region – mit Auswirkungen bis nach Waghäusel: Die Pläne zum Ausbau der Gütertrasse zwischen Mannheim und Karlsruhe werden konkreter. Beide Städte sind Drehscheiben des europäischen Bahnverkehrs. Der Schienenabschnitt dazwischen ist Teil einer europäischen Haupttransitstrecke, auf der Güter zwischen den Hochseehäfen in Rotterdam und Genua transportiert werden. Weil das Schienennetz zwischen Mannheim und Karlsruhe ausgelastet ist, plant die Bahn jetzt den Ausbau.
Zuletzt hat die Bahn 16 Streckenführungen vorgelegt, die teils links, teils rechts des Rheins verlaufen. Die Varianten rechts des Rheins beträfen die Gemeinden im Landkreis Karlsruhe in jedem Fall, vier der Vorschläge sehen einen Ausbau der bestehenden Strecke entlang von Waghäusel vor.
Für Waghäusel würde diese Streckenführung bedeuten: Mehr Güterverkehr am Stadtrand. Gemeinsam als Region gilt es mit unseren Nachbargemeinden deshalb dafür zu sorgen, dass mehr Zugverkehr nicht gleich mehr Lärm bedeutet – sondern weniger.
Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein, dem auch Waghäusel angehört, hat mit der „Karlsruher Erklärung“ deshalb wichtige Leitplanken für den Ausbau formuliert: Neben optimalem Lärmschutz entlang der neuen Gleise müssen auch Anwohner entlang den schon bestehenden Bahnstrecken besser vor Lärm geschützt werden.
Dann kann die Gütertrasse zu einem echten Erfolg werden: 1.600 LKW-Fahrten werden durch die Strecke überflüssig – pro Tag.
Bis es so weit ist, muss sich Waghäusel gemeinsam mit den Nachbargemeinden für Lärmschutz starkmachen – in engem Austausch mit dem Regionalverband und den Abgeordneten im Landtag und dem Bundestag, die schlussendlich über das Projekt entscheiden. Als SPD stehen wir in Waghäusel und der ganzen Region bereit, das Bahnprojekt konstruktiv zu begleiten.
Diese Strecken plant die Bahn: Zur interaktiven Karte