Die Gemeinderatsfraktion der SPD-Waghäusel und der SPD-Vorsitzende, Sebastian Emmert, trafen sich am 08.10. mit Vertretern der Bürgerinitiative K21. Dabei ging es allen Beteiligten darum, in einer von gegenseitigem Respekt geprägten, sachlichen und konstruktiven Diskussion unterschiedliche Auffassungen darzulegen und zu begründen, vor allem aber vorhandene Gemeinsamkeiten zu finden. Dabei wurde schnell klar, dass man sich bei der Ablehnung des Konverter-Standortes „Landstraßenäcker“ einig sei.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Lutz Schöffel machte deutlich, dass das Gelingen der Energiewende eine entsprechende Infrastruktur voraussetze, zu der auch, neben vielen anderen technischen Lösungen, wie z.B. die Speichertechnik, auch die HGÜ-Leitungen mit den entsprechenden Konvertern gehörten.
Die Bürgerinitiative K21 kritisierte in Person von Herrn Klapdohr und Herrn Most an die Adresse der TransnetBW gerichtet, dass die Auswahl der Standortkriterien ohne Einbezug der betroffenen Bevölkerung erfolgte und der Schutz des Menschen und der Natur im Verhältnis zu wirtschaftlichen Kriterien in ihrer Bedeutung nicht hoch genug gewürdigt worden seien. Dies müsse korrigiert werden, so ihre Forderung.
So endete der Informationsaustausch mit einem von allen Beteiligten getragenen Ergebnis:
Die SPD-Fraktion wird die Anliegen der Bürgerinitiative K21 dahingehend unterstützen, gemeinsam mit allen Fraktionen des Waghäuseler Gemeinderates eine Resolution einzubringen, welche die Bedeutung der Schutzgüter Mensch und Natur bei der Auswahl des Konverter-Standortes deutlich in den Vordergrund stellt.
Schöffel stellte in diesem Zusammenhang aber noch einmal klar, dass der unlängst ins Spiel gebrachte Standort Hexenblättle für die SPD-Waghäusel schon allein aus Gründen des Naturschutzes nicht zur Disposition steht. „Die Zerstörung eines Naturschutzgebietes ist mit uns nicht zu machen“ so Schöffel unmissverständlich.
Für oder gegen etwas zu sein beinhaltet oft die Frage nach Standpunkten und bietet Diskussionsgrundlagen. Doch wo rechte Propaganda sich mit populistischer Hetzerei vermischt, dort endet dieses Recht auf Differenzierung. Es gilt, am morgigen Samstag Flagge zu zeigen: für ein weltoffenes Waghäusel, für Vielfalt statt Einfältigkeit!
Morgen, 10. Oktober 2015: Gegendemonstration zu „Steh auf für Deutschland“. 14 Uhr, Wiesentaler Park.
Donnerstag, 15. Oktober 2015: Öffentliche Vorstandssitzung der SPD Waghäusel. 19:30 Uhr, Hotel Cristall.
Neben dem deutlichen Bekenntnis zu den Beschäftigten von Schuler Pressen am Standort Waghäusel sprachen sich die Mitglieder der SPD Waghäusel auf der September Vorstandssitzung entsprechend deutlich gegen einen möglichen Konverterstandort „Hexenblättl“ aus. „Auch wenn die Entscheidung letzten Endes leider nicht im Ermessen kommunaler Entscheidungsträger liegt, so sind wir strikt gegen einen Kahlschlag in einem besonders wertvollen Mischwald direkt vor unserer Haustür. Die Natur hat sich dieses Gebiet, das zudem noch Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie beinhaltet, in den letzten Jahren zurückerobert, es wäre absolut paradox, nun dort mit Baggern anzurollen“ so der SPD Fraktionsvorsitzende Lutz Schöffel.
Der ebenso potenzielle Standort Landstraßenäcker stößt in Reihen der Waghäuseler Sozialdemokraten ebenfalls auf mehrheitliche Ablehnung. Zumindest im Vergleich mit dem Standort beim Philippsburger Atomkraftwerk, der durch seine direkte Nähe zur Stromanbindung und keine direkte Beeinträchtigung der Anwohnerschaft die größten Vorteile unter den possiblen Standorten aufweist. „Wir bleiben dabei: Wer die Energiewende will, der kann nicht nur A sondern muss auch B sagen. Es stellt sich in diesem Fall auch nur die Standortfrage, nicht die Frage nach der Notwendigkeit eines Konverters, der eben seinen Teil zur Umsetzung der Energiewende beiträgt. In der gesamten Diskussion der letzten Tage und Wochen kam dies nicht immer zu Tage. Im Allgemeinen braucht es eine Versachlichung der Thematik und einen auf Argumenten basierten Austausch auf Augenhöhe.“
War den "Aufstehenden" schon vor Wochenfrist in Philippsburg kein schöner Marsch beschieden, so soll dies auch am 10. Oktober in Wiesental so sein. Die SPD Waghäusel folgt und unterstützt dabei den gemeinsamen Aufruf von Waghäusel hilft! und DIF, sich aktiv für ein weltoffenes Waghäusel einzusetzen.