Die Situation in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ist ohnehin schon katastrophal. Wenn das Coronavirus sich dort ausbreitet, droht noch Schlimmeres. Bereits Anfang März einigte sich die große Koalition, schwer erkrankte oder unbegleitete Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Geschehen ist bislang wenig. Lange haben sich das Innenministerium und die EU-Kommission die Verantwortung für die Umsetzung hin und her geschoben.
Inzwischen sind erste Corona-Fälle unter den Geflüchteten bekannt. Viele Lager sind völlig überfüllt und die hygienische Versorgung ist laut Menschenrechtsorganisationen unzureichend. Schutzmaßnahmen, die auf dem europäischen Festland getroffen werden, sind dort schlicht unmöglich. Wenn die EU und die Regierungen nicht handeln, wird die schon jetzt herrschende Katastrophe viele weitere Menschenleben kosten. Inzwischen hat Deutschland zugesagt, 50 unbegleitete und besonders gefährdete Minderjährige aufzunehmen.
Das ist ein erster richtiger Schritt. Doch in Anbetracht der dramatischen Zustände in den Lagern nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat deshalb die Aufnahme weiterer kranker und unbegleiteter Kinder gefordert. Doch klar ist auch: Die Evakuierung von Geflüchteten ist zurzeit schwierig zu organisieren und bedeutet eine zusätzliche Belastung für die ohnehin schon angespannten Kommunen. Deutschland kann – und muss – deshalb im europäischen Verbund eine humanitäre Katastrophe an den EU-Außengrenzen verhindern.
Wir brauchen deshalb gerade jetzt echte europäische Solidarität statt nationaler Egoismen! Keinesfalls darf die Corona-Krise zum Sprungbrett für Autokraten wie in Ungarn oder Polen werden, die zwar alle wirtschaftlichen Vorteile der EU annehmen, aber jede Pflicht von sich weisen und Stück für Stück die Demokratie in ihren Ländern aushöhlen. Die Europäische Union ist auch eine Wertegemeinschaft!
An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu und den Sieg des Lebens über den Tod. Ostern ist das höchste Fest der Christenheit.
Doch „Frohe Ostern“ - wie klingt das in einer Zeit, in der wir alle Angst vor einer schlimmen Erkrankung haben und vor einer unsicheren Zukunft stehen? Oder brauchen wir das nicht gerade jetzt? Sind wir nicht froh, dass die meisten von uns bis jetzt gesund geblieben oder wieder gesund geworden sind? Dass wir in einer solidarischen Gesellschaft leben dürfen, in der Fürsorge, Hilfsbereitschaft und Unterstützung groß geschrieben wird. Sind wir froh, Familie, Freunde und Nachbarn zu haben, auf die wir uns verlassen können. Es ist gut, wenn wir uns stark fühlen, uns selbst helfen können, in welcher Form auch immer. Und sind wir froh, dass wir optimistisch und zuversichtlich bleiben können, auch um anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht.
So gesehen also doch uns allen „Frohe Ostern“!
Doch auch an den Ostertagen bleibt es wichtig, gemeinsam allein zu sein - auf alle aufzupassen, und möglichst gesund zu bleiben. Solidarisch ist man nicht allein!
Aktion: Wir unterstützen unseren Einzelhandel in Waghäusel
Die Corona-Krise stellt für unsere Einzelhandelsgeschäfte und die Gastronomie eine existenzielle Bedrohung dar. Wir alle können mithelfen, dass unsere lokalen Unternehmen eine Zukunft haben und zur Attraktivität der Stadt Waghäusel beitragen. Bitte nutzen Sie die Liefer- und Abhol-Dienste oder erwerben Sie telefonisch oder per E-Mail einen Gutschein! Die Telefonnummern finden Sie im Mitteilungsblatt oder bei der Homepage des Handwerk- u. Gewerbevereins Wiesental unter www.sandhas.de. Wir schlagen vor, als Erweiterung dazu ein gemeinsames Portal einzurichten, z.B. unter www.waghaeusel-lokaleinkaufen.de. Unsere Mitglieder des Gemeinderates Marita Baur, Ulrike Lechnauer-Müller, Krimhilde Rolli, Gisela Kneisl und Roland Herberger.
Die Corona-Kiese bringt viele kleine und mittelständische Unternehmen an ihre Grenzen. Ausgangsbeschränkungen und Öffnungsverbote sorgen für Umsatzeinbrüche, die auch durch die staatlichen Hilfspakete nicht vollständig ausgeglichen werden. So kommen viele Betriebe in eine ernste wirtschaftliche Notlage.
Doch wie in allen Krisen gibt es auch in der Corona-Pandemie Gewinner. Während der lokale Einzelhandel einbricht, verzeichnen Wirtschaftsriesen wie Amazon beachtliche Gewinne: Der Versandhändler konnte in nur 10 Tagen 100 Milliarden an Wert zulegen.
Von diesen gigantischen Summen sehen die Angestellten in den Versandlagern bei Amazon leider nichts. Auch der Staat und mit ihm wir alle gehen leer aus: Internet-Riesen zahlen für einen Großteil ihrer Geschäfte unter Ausnutzung einer Vielzahl von Schlupflöchern keine oder kaum Ertragsteuern.
Selbst in normalen Zeiten hat das Monopol der Tech-Konzerne eine erhebliche Gefahr dargestellt. Wenn die Corona-Krise jetzt die lokalen Unternehmen ruiniert und einige wenige Riesen stärkt, wäre das eine gefährliche Dynamik.
In diesen Tagen haben auch wir Verbraucher es in der Hand, wie unsere Wirtschaft von morgen aussieht. Deshalb unser Appell: Verzichten Sie in diesen Tagen auf unnötige Online-Shoppingtouren. Unterstützen Sie stattdessen lokale Unternehmen. Viele lassen sich in diesen Tagen kreative Ideen einfallen, um Ihnen trotzdem für ihre Kunden da zu sein. So bieten z.B. Buchläden einen kostenlosen Bringservice für Ihre Bücherbestellung an. Viele Gastronomen haben ihre Küche auch weiterhin geöffnet und bieten Speisen zur Abholung an. Zahlreiche Unternehmen können Sie unterstützen, indem Sie Gutscheine kaufen, die Sie nach Corona einlösen können – vielleicht ist das ja eine Idee für ein Ostergeschenk? Einen Überblick über das Angebot der lokalen Unternehmen finden Sie unter www.sandhas.de.
Kommen Sie gesund durch diese schwierige Zeit!
Ihre SPD Waghäusel (www.spd-waghäusel.de)
Wir kennen nichts Vergleichbares, das Virus stellt und vor die größte Herausforderung seit Jahrzehnten: Medizinisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Die Welt nach Corona wird eine veränderte sein. Wir haben es heute in der Hand, mitzubestimmen, in welcher Zukunft wir leben wollen. Welche Lehren können wir aus der Krise ziehen?
Schmerzlich zeigt uns die Corona-Krise gerade auf, was im Leben wirklich zählt: Es ist nicht die Größe des Autos, es ist nicht die Zahl der Scheine im Portemonnaie. Es sind die sozialen Kontakte, die uns gerade fehlen. Es ist die Familie, es sind die Freunde. Wir sollten uns auch nach der Krise daran erinnern, dass Besitz und Konsum allein uns nicht glücklich machen.
„Systemrelevant“ ist das Wort der Stunde. Doch sprichwörtlich den Laden am Laufen halten nicht die, die am meisten verdienen, sondern gerade die, die sich in der Vergangenheit immer wieder anhören mussten, sie hätten besser etwas „Gescheites lernen sollen“, dann hätten sie auch keine Sorgen, ob ihr Gehalt reicht, um über die Runden zu kommen: Pflegekräfte, Kas-siererinnen, LKW-Fahrer. Ihnen danke sagen, applaudieren - alles schön und gut. Aber es sind am Ende eben auch nur Gesten. Wichtiger ist ein ordentliches Einkommen für alle, die sich gerade als unverzichtbar erweisen. Bessere Löhne für harte Arbeit sollten eine Folge der Krise sein.
Wir lernen gerade, wie wertvoll Grundrechte sind, wie wertvoll es ist, in Freiheit und Sicherheit zu leben. Wir sollten nicht vergessen, dass es Menschen gibt, denen diese Freiheiten dauerhaft verwehrt sind. Menschen, die sich schlussendlich deshalb zur Flucht aus ihrer Heimat entscheiden. Menschen, denen hier deshalb Ablehnung und Hass entgegenschlägt. Wir sollten unsere Arroganz ihnen gegenüber ablegen und ihnen mit mehr Hilfsbereitschaft und Offenheit begegnen!
Wir erleben gerade eine große Welle der Solidarität und Menschlichkeit in dieser schweren Zeit. Erhalten wir sie uns!
Viele Menschen zeigen in diesen Tagen große Solidarität miteinander. Währenddessen zeigt der Kapitalismus mal wieder seine hässliche Seite:
Adidas, H&M und Deichmann haben angekündigt, keine Mieten für ihre Ladengeschäfte mehr zu zahlen. Hintergrund ist ein Notfall-Gesetz, welches verabschiedet wurde, damit niemand wegen Lohnausfällen sein Zuhause verliert. Dass finanzstarke Unternehmen und Global Player dieses Gesetz ausnutzen, ist unanständig und verhöhnt diejenigen, die wegen der Corona-Krise Existenzängste haben.