Kommunalpolitik
Waghäusel braucht bei der Gemeinschaftsschule die „große Lösung“
Waghäusel – 5/2013
Die Schulentwicklung und Bildungsplanung in der (großen Kreis-)stadt Waghäusel muss im größeren Zusammenhang der Region nördlicher Landkreis/Bruhrain gesehen werden. In diesem Raum hat Waghäusel, von der Bevölkerungszahl und der Wirtschaftskraft her gesehen, eindeutig eine Zentrumsfunktion.
Um jedoch in bildungspolitischer Hinsicht zukunftsfähig zu bleiben, müssen wir unseren ca. 21.000 Einwohnern, einfach mehr anbieten. Dies ist keine Kritik und auch keine Aussage gegen irgend eine der bestehenden Schulen oder Schulformen in Waghäusel, im Gegenteil. Aber die Bildungslandschaft ist landesweit und bundesweit in Bewegung, und darauf müssen und wollen wir reagieren. Wir wollen und müssen den Schulstandort Waghäusel sinnvoll und konstruktiv weiterentwickeln.
Nach jahrzehntelanger schulpolitischer Stagnation in dem reichen Bundesland Baden-Württemberg hat die neue Landesregierung erkannt, dass das bisherige überkommene Schulsystem bundesweit, aber auch für viele Familien ein Auslaufmodell ist, das vor allem in den Bereichen Chancengerechtigkeit und schulischer Förderung weit hinter den heutigen Möglichkeiten und Notwendigkeiten zurückbleibt. Wir haben deshalb die große Chance, den Schulstandort Waghäusel zukunftssicher auszubauen und zu festigen.
Dies wollen wir nicht deswegen, weil an unseren 3 weiterführenden Schulen schlechte Arbeit geleistet wird, im Gegenteil. Die engagierten und motivierten Lehrerinnen und Lehrer an der J.-P.-Hebel Realschule, an der Bolanden- und an der Schillerschule leisten gute Arbeit, die unsere Anerkennung und Unterstützung verdient.
Aber gleichzeitig kann niemand übersehen, dass wir uns in einem Prozess umwälzender gesellschaftlicher Entwicklungen befinden. Geburtenrückgang, Facharbeitermangel – für immer mehr Berufe werden fundierte Kenntnisse und Kompetenzen verlangt.
Prozentual gesehen wollen immer mehr Schülerinnen und Schüler einen immer höheren Bildungsabschluss erreichen. Die Nachhilfe-Industrie hat darauf schon lange reagiert – sie „boomt“ geradezu in unserem Land.
Wer die Veränderung der Schülerströme in den letzten Jahren in Baden-Württemberg untersucht, kann feststellen, Eltern und Schüler sind landesweit dem gegliederten Schulsystem durch „Abstimmung mit den Füßen“ davongelaufen - in die Gymnasien,
in Realschulen, in Privatschulen (die sich „ihnen genehme Schüler“ und zahlungskräftige Eltern selbst aussuchen). Die Entwicklung der Schülerzahlen ist teilweise alarmierend, und genau vor diesem Problem stehen wir auch hier in Waghäusel: Trotz Ganztagesschulbetreuung, trotz Schulsozialarbeit usw. sind die Anmeldezahlen für unsere beiden Hauptschulen/Werkrealschulen so stark zurück gegangen, dass ihr Weiterbestehen erheblich gefährdet ist.
Darauf müssen wir angemessen und zukunftsfähig reagieren. Es nützt nichts, wenn wir in ein allgemeines Gejammer, Schwarzmalerei oder eine Schockstarre verfallen. Von Gemeinderat und Verwaltung werden Konzepte und Entscheidungen erwartet. In der jetzigen Situation haben wir noch die Möglichkeit, die Weichen zu stellen für tragfähige Lösungen. Der Gemeinderat der Stadt Waghäusel hat deshalb am 13.5.2013 mit großer Mehrheit (bei wenigen Gegenstimmen aus den Reihen der CDU) den Weg für die „große Lösung einer Gemeinschaftsschule in Waghäusel“ freigemacht. Diese soll die bisherigen Schulen der Sekundarstufe 1 (Realschule, Schillerschule und Bolandenschule) zusammenfassen und alle schulischen Abschlüsse ermöglichen. Nach Klasse 10 wäre dann sogar eine Sekundarstufe 2 (Weiterführung bis zum Abitur) in Waghäusel möglich.
Die 4 Grundschulen in Waghäusel sind von dieser Entscheidung nicht betroffen!
Wir von der SPD-Fraktion sind offen für sachliche, lösungsorientierte Gespräche mit allen Betroffenen und Beteiligten, die bereit sind, gemeinsam diesen Weg zu gehen. Wir wissen, dass noch ein erheblicher Informationsbedarf über die neue Schulform „Gemeinschaftsschule“ besteht. Es gilt, alle Waghäusler Kinder und ihre Eltern mitzunehmen, und ihnen ein bestmögliches Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebot in der Stadt Waghäusel bereitzustellen. Wir sind ganz entschieden der Meinung, dass in unserer Stadt in Zukunft alle Bildungsabschlüsse der Sekundarstufe 1 – und darüber hinaus auch ein Abschluss der Sekundarstufe 2 (Gymnasium oder gymnasiale Oberstufe) möglich sein muss. Wir wollen ganz schlicht und einfach eine weitere Verbesserung der Bildungschancen für die Waghäusler Schüler hier vor Ort, und die Gelegenheit dazu ist gegeben. Das sind wir unseren Schülern und Eltern auch deshalb schuldig, weil überhaupt nicht abzusehen ist, dass sich der öffentliche Personen-Nahverkehr oder der Schulbusverkehr in absehbarer Zukunft wesentlich verbessern wird, abgesehen davon, dass uns hier die Kosten davonlaufen. Investitionen in schulische Einrichtungen in unserer Gemeinde sind hier die bessere Lösung.
Nur wenn wir uns einig sind, dass wir das Beste für unsere Kinder erreichen wollen, werden alle mitziehen: die Eltern, die Lehrer, die Schulleitungen, die Schulbehörden.
„Stillstand ist Rückschritt“ – das haben die Entscheidungsgremien in unseren Nachbargemeinden erkannt und es kann nicht sein, dass ausgerechnet die „große Kreisstadt“ Waghäusel hier ins bildungspolitische Abseits gerät: Wir haben die entsprechende Zahl von Einwohnern, als kinderfreundliche Stadt auch genügend Kinder, und auch unsere Schulen in Waghäusel haben immer wieder bewiesen, dass sie leistungsfähig und bereit zur Weiterentwicklung sind. Deshalb: Unsere Intention richtet sich gegen keine Schulart oder Schulform, auch nicht gegen Entscheidungen oder Entwicklungen in den Nachbargemeinden. Wir schauen auf unsere Situation und erkennen, was für die Zukunft zum Wohle unserer Bürger getan werden muss, das Potential dazu ist da!
Waghäusel, 5/2013
Roland Herberger

Mit freundlicher Genehmigung der BNN
Schulstandort Waghäusel zukunftssicher ausbauen
Am Donnerstag, den 21. Februar, kam die SPD Waghäusel zu ihrer nächsten Vorstandssitzung zusammen. Dabei war neben dem Ärztlichen Notdienst die Schullandschaft in Waghäusel das bestimmende Thema.
Stadtrat Roland Herberger betonte dabei, dass die Schulentwicklung und Bildungsplanung in der baldigen Großen Kreisstadt Waghäusel im größeren Zusammenhang der Region nördlicher Landkreis/Bruhrain gesehen werden müsse. In diesem Raum hat Waghäusel, von der Bevölkerungszahl und der Wirtschaftskraft her gesehen, eindeutig eine Zentrumsfunktion. Um jedoch in bildungspolitischer Hinsicht zukunftsfähig zu bleiben müsse man seinen demnächst 21.000 Einwohnern einfach mehr anbieten. „Dies ist keine Kritik und auch keine Aussage gegen irgendeine der bestehenden Schulen oder Schulformen in Waghäusel, im Gegenteil. Aber die Bildungslandschaft ist landesweit und bundesweit in Bewegung, und darauf müssen und wollen wir reagieren. Wir wollen und müssen den sollten alles dafür tun, den Schulstandort Waghäusel sinnvoll und konstruktiv weiterzuentwickeln“ so Herberger in seinen Ausführungen.
Die momentanen Veränderungen der Schullandschaft im gesamten Land böten auch für Waghäusel die Möglichkeit, seinen Schulstandort zukunftssicher auszubauen und langfristig zu sichern – auch im Zusammenspiel mit den umliegenden Gemeinden im Umkreis. Die Entwicklung der Schülerzahlen sei teilweise alarmierend, und genau vor diesem Problem stehe man auch in Waghäusel. Trotz Ganztagesschulbetreuung, trotz Schulsozialarbeit. Darauf müsse man nun schnellstmöglich angemessen und zukunftsfähig reagieren. „Es nützt nichts, wenn wir in ein allgemeines Gejammer, Schwarzmalerei oder eine Schockstarre verfallen. Von Gemeinderat und Verwaltung werden Konzepte und Entscheidungen erwartet. In der jetzigen Situation haben wir noch die Möglichkeit, die Weichen zu stellen für tragfähige Lösungen“ so Herberger weiter.
„Wir von der SPD-Fraktion sind offen für überzeugende Vorschläge und Pläne, für sachliche, lösungsorientierte Gespräche mit allen Betroffenen und Beteiligten, die bereit sind, gemeinsam diesen Weg zu gehen. Es gilt, alle Waghäusler Kinder und ihre Eltern mitzunehmen, und ein bestmögliches Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebot in der Stadt Waghäusel bereitzustellen“ betonte Herberger in seinen weiteren Ausführungen vergangenen Donnerstag. Man sei dabei ganz entschieden der Meinung, dass in Waghäusel in Zukunft alle Bildungsabschlüsse der Sekundarstufe 1 – und darüber hinaus auch ein Abschluss der Sekundarstufe 2 (Gymnasium oder gymnasiale Oberstufe) möglich sein müsse. Damit wolle man eine weitere Verbesserung der Bildungschancen für die Waghäusler Schüler vor Ort, und die Gelegenheit dazu sei gegeben. Um das zu erreichen, brauche man natürlich ein überzeugendes Votum aller Entscheidungsträger; der Eltern, der Lehrer, der Schulleitungen sowie der Schulbehörden. „Es ist nun an der Zeit, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Waghäusel hat genügend Einwohner und darüber hinaus auch genügend Kinder, die Schulen vor Ort haben auch immer bewiesen, sich weiterentwickeln zu wollen“ so Herberger abschließend.
Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde auch erneut die Geschehnisse um den Ärztlichen Notfalldienst Kirrlach besprochen. Dabei nahm man wohlwollend zur Kenntnis, dass die Bemühungen mit der Zusage von Herrn Dr. Fechner zu einem persönlichen Termin vor Ort erste Früchte tragen. Auch für die Mitglieder der SPD Waghäusel und der Gemeinderatsfraktion sei dies ein Erfolg, wie der Vorsitzende Lutz Schöffel betonte. So habe die Fraktion von Anfang an die Bürgerinitiative in ihrem Bemühen für den Erhalt des Notfalldienstes massiv unterstützt. In zahlreichen Treffen, sowohl im Rahmen von Vorstandssitzungen der SPD-Waghäusel als auch in den Räumen des Notdienstes, wurde das gemeinsame Vorgehen abgesprochen.
Neue Konzepte für den Schulstandort Waghäusel dringend benötig
Am Mittwoch, den 23. Januar, fand sich der Vorstand der SPD Waghäusel im „Hellas“ zur Vorstandssitzung ein. Wie schon bei vorherigen Treffen konnte man auch dieses Mal wieder einen Vertreter der Bürgerinitiative zum Erhalt des Ärztlichen Notdienstes in seinen Reihen begrüßen. Die Unterschriftenaktion, die seit geraumer Zeit in Waghäusel und Umgebung läuft, kann inzwischen über 11 000 Unterzeichner vorweisen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bikino.de.
Darauf folgend wurde auch das Engagement der SPD für den Neubau einer Turnhalle für die Johann-Peter-Hebel-Realschule erörtert. Dabei kam man überein, dass die Hallenproblematik nur einen Teil eines weit größeren Faktors in der Schullandschaft Waghäusels darstellt. Völlig unabhängig davon, dass die dafür eingestellte Planungsrate von 200.000 Euro im gerade verabschiedeten Haushalt viel zu wenig und nicht einmal zweckgebunden ist, so braucht gesamt Waghäusel eine völlig neue Herangehensweise an den zukünftigen Schulstandort. „Denn aufgrund der wegfallenden Hauptschulempfehlung wird diese Schulform ausgedünnt und steht kurz vor dem Ende. Damit ist momentan die Johann-Peter-Hebel Realschule der Schulstandort in Waghäusel mit Zukunft“ so der Fraktionsvorsitzende Herbert Sand. Gerade hinsichtlich der Ernennung zur großen Kreisstadt sei es ernüchternd, kein ausreichendes Bildungsangebot anbieten zu können und so die Schülerinnen und Schüler außerhalb schicken zu müssen.
Auch von der nun dem Gemeinderat vorgestellten Studie hatte sich die SPD mehr erhofft. „Von einer solchen in Auftrag gegebenen Studie darf man erwarten, dass sie mehr als nur wissenschaftliche Zahlen liefert, die einem nur das aufzeigen, was man eh schon wusste. Vielmehr erwartet man konsequenterweise auch kompetente Empfehlungen für die Zukunft. Diese Erwartungen wurden leider nicht erfüllt.“
Neubau der Realschulturnhalle in Waghäusel muss realisiert werden
Turnusmäßig traf sich am Donnerstag, den 26. Januar, die SPD Waghäusel zu ihrer ersten Vorstandssitzung im neuen Jahr im Nebenraum des TSV Wiesental. Der OV Vorsitzende Lutz Schöffel begrüßte die anwesenden Mitglieder und umriss die anstehenden parteipolitischen Themen des kommenden Jahres.
Der Fraktionsvorsitzende Herbert Sand gab daraufhin noch einen kurzen Einblick in die gerade abgehaltenen Haushaltsberatungen des Gemeinderates. Dabei sprach er erneut sein Unverständnis darüber aus, dass der SPD- Antrag auf Bereitstellung weiterer Planungsmittel in 2012 für den Neubau einer Aula und Sporthalle für die Johan-Peter-Hebel Realschule im Gemeinderat bei Stimmengleichheit abgelehnt wurde. „Dieses Thema ist nicht neu und wurde auf Antrag der SPD schon in etlichen Gemeinderatssitzungen behandelt. Die Notwendigkeit eines Neubaus wurde hierbei fraktionsübergreifend als richtig und wichtig angesehen. 2010 und 2011 wurden bereits Planungsmittel dafür in den Haushalt eingestellt. Dass dies für 2012 nun auf einmal nicht mehr der Fall sein soll kann niemand in unserer Fraktion auch nur ansatzweise nachvollziehen“ so Sand. „Auch hinsichtlich dessen, dass bereits mehr als 100.000 Euro in dieses Projekt investiert wurden ist es gerade im Sinne der Nachhaltigkeit noch unverständlicher, dass nun mit einem Male – ohne wirkliche Begründung – der Geldhahn zugedreht wird.“
Dem pflichtete auch Schöffel bei: „Einmal gemachte Zusagen müssen eingehalten werden. Nicht nur, um sein eigenes Gesicht zu wahren, es ist auch eine Frage der eigenen Glaubwürdigkeit. Das jetzt beschlossene Szenario kommt gegenüber der Schule, den Schülern und der Elternschaft nahezu einer Brüskierung gleich. Die SPD Waghäusel wird sich weiter mit Nachdruck für eine Realisierung dieses Neubaus einsetzen.“